20. Dezember

Fridolin Hofer
Bergweihnacht

Über Weideland und Kiefer,
Grau in grau die Nebelglocke
Senkt sich dämmernd tief und tiefer,
Und nun löst sich Flock auf Flocke
Aus der grauen Nebelglocke,
Quellend, quirlend, erdenhüllend
Und die Luft mit Wundern füllend.
     Jetzt in niedern Alpenhütten,
Wo an blinden Fensterscheiben
In der Flocken wirres Treiben
Kinderaugen leuchtend staunen,
Wird ein Beten wach, ein Raunen:
     Sei gegrüßt, du heilger Christ!
Deine Gaben auszuschütten,
Der du voller Güte bist,
Kommst du heut in unsre Hütten
Über Runsen, über Schründe,
Ob kein Nachtgestirn auch zünde,
Das die Finsternis verscheuchte:
Hell erglommen
Bist du selber dir die Leuchte.
Sei willkommen, heilger Christ!

cp cp