12. Dezember



Spuren
... mal von geheimnisvoller Tragik ... mal von bildhaftem Gleiten zum Glühwein in der Berghütte.


Eine einsame Skispur

Eine einsame Skispur, leitend
Hinein in den tiefen Wald,
Bald über Hänge gleitend,
Über Moore, wo Treibschnee hastet,
Verkümmerter Latschen Hort -
Es ist mein Gedanke , der tastet
Weiter und weiter fort.

Verharscht eine Skispur sich windet
In schweigender Einsamkeit,
Ein Menschenleben verschwindet
In gähnende Dunkelheit -
Die Antwort auf Fragen, die quälen,
In lautloser Ferne verklang, -
Nur die einsame Spur kann erzählen,
Wie ein Mensch mit dem Schicksal rang.

Eine einsame Schispur endet
bei plötzlich stürzender Wand,
Wo stumm eine Föhre wendet
Ihren Wipfel über den Rand -
Wie eisig die Sterne flimmern,
Wie dämmernd der Wald doch steht,
Wie weißlich die Flocken schimmern,
Wo der Wind die Spuren verweht!


Das Gedicht stammt von Bertel Gripenberg, es heißt im Original Ett ensamt skidspår.
Jan Sibelius verwendete es 1925 als Grundlage (Rezitation) seines gleichnamigen Melodrams.





Einen herzlichen Dank an Tina Beil, die es uns nach 2013 ein weiteres Mal gestattet, eines ihrer Bilder in unseren Kalender aufzunehmen.