
Im hellerleuchteten Festsaal saßen sie nun alle an der großen Tafel, das Schneewittchen inmitten der zehn Zwerge. Es blickte jeden freundlich an, nickte und sprach:
„Meine lieben Zwerge, wie freue ich mich, weider einmal bei euch zu sein! Vor vielen Jahren, als ich verstoßen und elend in euer Haus kam, habt ihr mich mitleidig aufgenommen. Ich durfte euern Haushalt führen. Dafür gabt ihr mir zu essen und zu trinken und räumtet mir ein Kämmerlein ein, wo ich wohnen konnte. Dann fiel ich der bösen Königin zum Opfer und wäre beinahe gestorben. Wi klagtet ihr um mich, als ihr mich für tot hieltet und mich in den gläsernen Sarg legtet. Ich werde euch das nie vergessen! Dann kam der Königsohn - ich wachte auf und wurde selber eine Königin.
„Jetzt aber, solange ich bei euch weile, bin ich nicht die Königin, sondern wie damals das Schneewittchen. Ich esse wieder von euern Tellerchen, steche mit euern Gäbelchen, schneide mit euern Messerchen und trinke aus euern Becherlein, wohne bei euch und freue mich, daß ihr die alten geblieben seid und mich noch ebenso liebhabt wie früher.“
„Liebes Schneewittchen,“ rief der älteste der Zwerge, „wie schön, daß du zu uns gekommen bist. Du hättest uns keine größere Freude machen können. Bleibe recht lang bei uns!“
Die anderen Zwerge nickten zustimmend und blickten freudestrahlend auf das Schneewittchen.
Dann aßen sie und tranken Tee. Der Eiszwerg schleppte alle Leckerbissen herbei, die in der Vorratskammer der Zwerge zu finden waren. Das weiße Kätzchen Mutz ging neugierig um die Tafelrunde herum. Dann sprang es dem Schneewittchenauf den Schoß und ließ sich streicheln.